Einsatz in Karabolo und Khorugh

Projektleiter Dr. Martin Kamp (4.v.l.) besichtigt mit einer TajikAid-Delegation das Zentralkrankenhaus in Khorugh
Besichtigung des Zentralkrankenhauses in Khorugh

01.07.2018Nachhaltigkeit ist eine der Maxime, die in Entwicklungsprojekten stets angestrebt wird. Insbesondere medizinische Projekte mussen sich am Resultat für die Patientenversorgung messen lassen. Das geht nicht ohne Kontrollen dessen, was geschaffen worden ist. Im Mai 2018 reiste eine Gruppe zu einem einwöchigen Aufenthalt nach Duschanbe, um die Verhältnisse in der Abteilung für Kinder-Kieferchirurgie der Klinik Karabolo zu visitieren. Seit dem ersten OP-Einsatz im Jahr 2009 kam die Gruppe unzählige Male mit dem Ziel nach Tadschikistan, die Situation fur Kinder mit angeborenen Fehlbildungen im Gesichtsbereich - den sogenannten Lippen-Kiefer und Gaumenspalten – zu verbessern. Als Meilenstein der Arbeit wurde 2014 eine Klinik für diese Patienten vollständig wiederaufgebaut und mit einem tauglichen Operationssaal ausgestattet. Seither verbesserte sich die Situation. Mit Stolz kann man am Eingang der Klinik auf einem Schild die  Bezeichnung „National Cleft Centre“ lesen. „Dies ist der Verdienst unzähliger Akteure und Unterstützer des Projektes“, so Dr. Martin Kamp, der die Initiative TajikAid unter dem Dach des Vereins Vision-teilen.org aus Düsseldorf ins Leben gerufen hatte.

Beim jetzigen OP-Einsatz stellten die Mediziner, Pfleger und Techniker aus Deutschland und Österreich fest, dass die Klinik im Prinzip gut läuft. Die Patienten haben eine Anlaufstelle, die verschiedenen Erkrankungen werden auf hohem Niveau versorgt. Zusammen mit Ärzten aus der Kinder-Kieferchirurgie der Uni Salzburg führte das TajikAid-Team gemeinsam mit den tadschikischen Kolleginnen und Kollegen in einer Woche rund 45 Operationen an Spalt-Kindern durch.„Der längste Eingriff dauerte knapp fünf Stunden“, berichtet Dr. Kamp.

Der Eindruck, den sowohl der TajikAid-Gründer als auch Prof. Alexander Gaggl und Oberarzt Dr. Christian Rippel mit nach Europa nehmen: Die zu behandelnden Fälle waren sorgfältig ausgesucht, die Kooperation mit den Fachkräften in Tadschikistan klappt hervorragend. Mit am OP-Tisch standen auch Narkosearzt Dr. Hartwig Broer vom Krankenhaus Nettetal, OP-Pflegerin Ute Sorg vom Kempener Hospital und Narkosepfleger Jörg Spicher vom Bochumer Universitätsklinikum Bergmannsheil. Mit an Bord waren auch aus Süddeutschland dazugestoßen Zahnarzt Dr. Bernhard Reuschl und Dipl.-Ing. Bernhard Nimbach.

„Es ist jedoch zu früh, von einer nachhaltigen Entwicklung zu reden, denn noch mangelt es an hygienischen Standards, die oft nur durch Einmalmaterial erreicht werden können. „Und das gibt es dort fast überhaupt nicht, weil es einfach nicht zu bezahlen ist“, so Dr. Kamp. „Zumindest soviel ist erreicht worden: Es gibt ein landesweit bekanntes Zentrum fur die Spaltchirurgie und ein mittlerweile sehr erfahrenes OP Team.“

Einen weiteren Uberblick uber die Situation im Land konnte sich die Gruppe im Pamir verschaffen. Auf Einladung des Aga Khan Health Services (AKHS) wurde der Besuch in der sehr entlegenen Pamir-Region an der Grenze zu Afghanistan ermöglicht. Mit dem Geländewagen waren das fast 20 Stunden gewesen. So wurde der Weg mit dem Helikopter zurückgelegt. Die hohen Bergmassive und entlegene Taler machen eine flächendeckende medizinische Versorgung sehr schwierig. Dies wurde auch beim Besuch des Zentralkrankenhauses in der Stadt Khorugh offensichtlich, als man der TajikAid-Delegation stolz ein Sterilisationsgerät aus der Zeit Stalins zeigte. Dr. Kamp: „Hier bemüht sich jedoch die internationale Gemeinschaft mit Unterstützung der AKHS, zumindest die Notfallversorgung zu verbessern.“ Auch TajikAid hatte in der Vergangenheit mehrfach medizinische Ausrüstung an das Krankenhaus gespendet. Und so konnte erneut eine Liste von Erforderlichem erstellt werden, die je nach Spendenaufkommen versandfertig gemacht und zur Unterstützung in den Pamir transportiert werden soll.
Fazit: Es bleibt spannend in der Region – eine Herausforderung.

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