Cochlear-Implantat in M’gladbach

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Eine junge Asiatin kann wieder hören – dank TajikAid. Farkunda Hoseinova ist hörend vor 18 Jahren in der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe auf die Welt gekommen. Aufgrund einer Behandlung mit Antibiotika, die sich toxisch auf das Innenohr ausgewirkt ist, ist die junge Frau ertaubt. Post-linguale Ertaubung heißt das Phänomen.

„Ich habe Farkunda vor 5 Jahren kennen gelernt. Sie konnte ihre eigene Sprache nicht mehr kontrollieren und hat die Fähigkeit des Sprechens verloren“, berichtet TajikAid-Projektleiter Dr. Martin Kamp. Der HNO-Arzt aus Kempen hat über die Initiative TajikAid vor gut 8 Jahren in Duschanbe mit Freunden und Kollegen eine HNO-Klinik aufgebaut, in der Kleinkinder mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalte (LKG) operiert werden können. Im Zuge dieses humanitären Hilfseinsatzes, der den Mediziner vom Niederrhein jährlich für mehrere Wochen nach Zentralasien bringt, kam auch der Kontakt zu Farkunda zustande. Jetzt ist Farkunda in der Mönchengladbacher HNO-Klinik „Maria Hilf“ von Chefarzt Prof. Dr. Jochen Windfuhr operiert worden.

Dr. Windfuhr gehört mit Martin Kamp zum medizinischen Netzwerk, das die Klinik in Tadschikistan aufgebaut hat. Wie Dr. Kamp steht der 52-Jährige mehrere Wochen im Jahr in der Klinik Karabolo in Duschanbe am OP-Tisch und behandelt Spalt-Kinder und weitere HNO-Patienten. Darüber hinaus ist Prof. Dr. Windfuhr in Tadschikistan als Ausbilder tätig, um eine autonome Behandlung mit eigenem medizinischen Personal zu ermöglichen.

Mit vereinten Kräften haben die Mediziner es jetzt geschafft, dass eine junge Asiatin wieder am Leben teilhaben kann. „Wir haben Farkunda hinter dem Ohr ein Cochlear-Implantat eingesetzt, das die Hörreize stimuliert“, berichtet Dr. Windfuhr. In der Klinik Maria Hilf gehört ein solcher Eingriff zum Routineprogramm – in Tadschikistan wäre er aufgrund der mangelnden medizinischen Infrastruktur undenkbar. Die Maria Hilf Kliniken haben sämtliche Kosten für die Operation übernommen. „Wir sind auch der franziskanischen Initiative vision:teilen dankbar, dass sie den Aufenthalt von Farkunda und ihrer Schwester Shohona in Deutschland ermöglicht hat“, sagt Dr. Kamp, der den interkontinentalen OP-Einsatz koordiniert hat.

Dr. Kamp und Dr. Windfuhr haben nun den Ehrgeiz, vor Ort in Tadschikistan eine Möglichkeit zu schaffen, dass Patienten wie Farkunda geholfen wird. „Das Schicksal der Post-lingualen-Ertaubung erleiden in Zentralasien leider viele Menschen. Deshalb wäre eine OP-Station im Land selbst ein Segen“, sagt Dr. Kamp. Doch das medizinische Gerät ist teuer, zumal es auch ausgebildeter einheimischer Mediziner bedarf, die den Eingriff vornehmen können. „Es liegt also noch eine Menge Arbeit vor uns“, betont der 48-Jährige.

Patienten der Maria Hilf Kliniken in Mönchengladbach, die unter einer hochgradigen Schwerhörigkeit litten, unterstützen das Projekt TajikAid. Dr. Windfuhr erhielt 2018 eine Spende der Selbsthilfegruppe von Patienten, denen er durch ein Cochlear-Implantat das Hören retten konnte.

Jede Spende, jede Unterstützung für TajikAid ist ein Beitrag für die Gesundheit der Menschen in Tadschikistan. Und darüber hinaus: „Das Vorbild Karabolo zeigt, dass die hilfsbedürftigen Menschen nicht nur aus Tadschikistan, sondern auch aus anderen zentral-asiatischen Ländern zu der HNO-Klinik strömen“, so Dr. Kamp.

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